Frau im Jemen

JEMEN

Nothilfe
Die Situation im Jemen ist eine der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit: Nach neun Jahren Bürgerkrieg ist ein großer Teil der Bevölkerung weiter auf Hilfeleistungen angewiesen und von Hunger bedroht – darunter vor allem Kinder. Nun eskaliert der Konflikt in der Region und stellt die Menschen vor noch größere Herausforderungen im Kampf ums Überleben.
WIE WIR HELFEN
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
Psychosoziale Unterstützung Psychosoziale Unterstützung
Katastrophenvorsorge Katastrophenvorsorge
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  2013

Mitarbeiter*innen:  115

Bevölkerung:  32,98 Mio.

Erreichte Menschen 2022:  387.216

Unterernährungsrate:   34,5 %

Nach vielen Jahren Bürgerkrieg war im Jemen seit April 2022 eine fragile Waffenruhe eingekehrt. Erstmals seit 8 Jahren saßen zumindest einige der Kriegsparteien am Verhandlungstisch – eine diplomatische Lösung des Konflikts schien wieder vorsichtig möglich. Doch die Angriffe zwischen Huthi und den Vereinigten Staaten sowie Großbritannien im Roten Meer und auch auf Ziele im Jemen seit Eskalation des Gaza-Krieges verschärfen die Lage erneut – ohne Aussicht auf Verbesserung. Zuletzt drohten die Huthi-Rebellen, nicht nur die Seeroute im Roten Meer weiterhin anzugreifen, sondern auch Schiffe im Indischen Ozean und auf dem Weg um den afrikanischen Kontinent. Das bedroht auch die Bevölkerung im Jemen.

Die humanitäre Situation im Land war trotz der Waffenruhe katastrophal. Nun drohen die Versorgungswege ins Land erneut zusammenzubrechen. In den Jahren des Krieges und darüber hinaus wurde und wird regelmäßig von den Konfliktparteien gegen geltendes Völkerrecht verstoßen – Kriegsverbrechen waren und sind an der Tagesordnung. Die Auswirkungen: Über 21,6 Millionen Menschen – etwa drei Viertel der Bevölkerung – sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter vor allem Kinder und Frauen. Mindestens 2,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren leiden an Unterernährung. Zehntausende Jungen und Mädchen sind bereits an akuter Mangelernährung gestorben. Vielen droht das gleiche Schicksal, wenn sie jetzt keine Hilfe erhalten. 

Wie ist die Situation im Jemen?

Der Krieg und die lange Blockade des Hafens Hodeïda haben die jemenitische Infrastruktur nahezu vollständig zerstört. Bis heute sind die Auswirkungen des bewaffneten Konflikts eine der Hauptursachen für akute Mangelernährung im Jemen. Darüber hinaus haben die hohe Rate an übertragbaren Krankheiten, die geringe Ernährungsvielfalt und wiederkehrende Naturkatastrophen in Kombination mit dem mangelnden Engagement der Geberländer die Situation verschärft. Mangelhafte medizinische Versorgung und die explodierenden Preise für Dinge des täglichen Bedarfs bedrohen das Überleben fast der gesamten jemenitischen Bevölkerung. Mit zum Teil nur sieben vorhandenen Intensivbetten im Jemen war das Land auch der Corona-Pandemie nicht gewachsen. Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser sind zerstört. Es fehlt an medizinischer Ausrüstung und Schutzbekleidung. Der Jemen ist seit vielen Jahren auf die Einfuhr von Nahrungsmitteln und Medikamenten angewiesen. Die Angriffe auf den Hafen und weitere Ziele seit Anfang 2024 bringen die wenigen während der Waffenruhe wiederaufgenommenen Importe nun wieder zum Erliegen, es droht erneut eine Verschlimmerung der humanitären Situation. Denn Krieg bringt immer Hunger mit sich.

HUNGER DARF KEINE WAFFE SEIN

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen im Jemen?

Millionen von Menschen im Jemen leiden Hunger und benötigen humanitäre Hilfe.  

Vor allem die mangelhafte Wasserversorgung stellt ein großes Problem für die jemenitische Bevölkerung dar: Ein Großteil der Menschen hat keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dadurch können sie weder ihren Durst ausreichend stillen, noch Essen zubereiten oder für die persönliche und häusliche Hygiene sorgen.  

Für die von Mangelernährung betroffenen Menschen, vor allem Kinder und schwangere Frauen, sind grassierende Krankheiten wie Cholera oder COVID-19 besonders gefährlich, da ihr Immunsystem durch die chronische Unterversorgung mit Nährstoffen geschwächt ist. Viele Kinder im Jemen leiden daher neben Mangelernährung auch an Atemwegserkrankungen, Malaria oder Dengue-Fieber. 

Mehr als die Hälfte der jemenitischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu Sanitäranlagen, Wasser und dringend benötigten Gesundheitsleistungen. Die Folgen der Corona-Pandemie sowie die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs haben die bereits bestehenden Schwachstellen des Landes verstärkt. Die Auswirkungen sind bis heute spürbar und werden durch die jüngsten Ausschreitungen erneut verstärkt.

Bereits vor dem Krieg wurde der Hauptteil der Nahrungsmittel sowie Medikamente im Jemen importiert. Die Verknappung der Lebensmittel hat dazu geführt, dass Nahrung für die Menschen unerschwinglich geworden ist. Hunger und vermeidbare Krankheiten fordern mittlerweile Schätzungen zufolge mehr als die Hälfte aller Todesopfer seit Beginn des Krieges.  

Wie hilft Aktion gegen den Hunger im Jemen?

Trotz der Sicherheitsrisiken und Schwierigkeiten, die Notleidenden zu erreichen, leistet unser Team seit Jahren tagtäglich lebensrettende Nothilfe. Wir unterstützen verstärkt Gesundheitszentren, klären über Hygienemaßnahmen auf und verteilen Geld an die Menschen, die durch den Krieg ihre Arbeit verloren haben und ihre Familien nicht mehr ernähren können. Die Mitarbeiter*innen von Aktion gegen den Hunger kämpfen unermüdlich dafür, das Leid der Menschen zu lindern und Leben zu retten: 

  • Wir verteilen Lebensmittel, diagnostizieren Mangelernährung und behandeln akut mangelernährte Kinder in unseren Gesundheitsstationen und durch mobil einsetzbare Teams.
  • Wir überwachen den Ernährungszustand von Schwangeren und stillenden Müttern und informieren sie darüber, wie sie sich mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nährstoffreich ernähren können.
  • Wir stellen die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser sicher, indem wir Wassertank-LKWs einsetzen, Wasserstellen und Brunnen reparieren und Keramikfilter verteilen. Darüber hinaus informieren und schulen unsere Mitarbeitenden Gemeinden darin, wie sie durch einfache Hygienepraktiken Krankheiten vorbeugen können und verteilen Desinfektions- und Hygienesets.  
  • Wir priorisieren vor allem nachhaltige Projekte: Die Installation von Sonnenkollektoren für Gesundheitseinrichtungen und Außenstellen, Minimierung der Abfallproduktion und die Verwendung lokaler Materialien.
  • Wir verteilen Essensgutscheine und organisieren Bargeld-Transfers, um den dringenden Nahrungsmittelbedarf der Menschen decken zu können.
  • Wir stellen die Lebensgrundlagen von Menschen im Rahmen unserer Nahrungsmittelsicherungsprogramme auf eine sichere Basis.
Unterstützen Sie unsere Hilfe im Jemen und weltweit!

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