Frau trägt Wasserkanister auf dem Kopf.

SUDAN, REPUBLIK

Eskalierende Gewalt im Sudan
Die seit Frühjahr 2023 eskalierenden Kämpfe im Sudan sind dramatisch und verursachen die schlimmste akute Ernährungsunsicherheit, die das Land je erlebt hat. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung – 25,6 Millionen Menschen – leidet unter akutem Hunger. Fast 24,7 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe. Etwa zehn Millionen Sudanes*innen sind gewaltsam vertrieben worden, davon acht Millionen innerhalb des Landes und mehr als zwei Millionen in Nachbarländer. Unsere Teams im Sudan und den Nachbarländern unterstützen Gesundheitszentren, stellen sauberes Wasser bereit und helfen Familien dabei, sich aus eigener Kraft zu ernähren.
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  2018

Mitarbeiter*innen:  100

Bevölkerung:  46,9 Mio.

Erreichte Menschen 2023:  180.000

Unterernährungsrate:   13,6 %

Die Republik Sudan liegt im Nordosten Afrikas und ist der drittgrößte Flächenstaat des Kontinents. Das Klima reicht von tropisch bis randtropisch, es herrschen ganzjährlich hohe Temperaturen – im Sommer kann das Thermometer sogar auf über 50 °C steigen. Trotz zahlreicher Bodenschätze wie Erdöl, Eisen und Gold gehört das Land zu den ärmsten der Welt. Große Teile der Bevölkerung leiden unter Mangelernährung, insbesondere im Westen, Osten und Süden des Landes.

Wie ist die Situation im Sudan?

Nach jahrzehntelangen Konflikten spaltete sich der südliche Teil mit dem Abschluss des Friedensvertrags von 2005 von der Republik Sudan ab. Seit 2011 ist der Südsudan ein unabhängiger Staat. Der Sudan ringt seit der Abspaltung mit einer langanhaltenden Wirtschaftskrise, durch die die Armut, vor allem in den ländlichen Regionen, zugenommen hat. Seit April 2023 tobt ein Machtkampf zwischen zwei befeindeten Gruppen, der Armee von Militärherrscher al-Burhan und den Rapid Support Forces (RSF) von dessen früherem Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo. Die Kämpfe, vorwiegend um die Hauptstadt Khartum sowie die westliche Region Darfur, sind blutig und machen auch vor der Zivilbevölkerung nicht halt. Es wird von mindestens zehntausenden getöteten Menschen berichtet, die Dunkelziffer dürfte ungleich höher liegen. Hinzu kommt ein Anstieg an geschlechtsspezifischer Gewalt – davon sind 6,7 Millionen Menschen betroffen, die meisten sind Frauen und Mädchen. 

Acht Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht vor den Kämpfen. Zudem suchen mehr als zwei Millionen Schutz in den umliegenden Ländern, unter anderem im Tschad und im Südsudan. Doch die Nachbarländer stehen ebenfalls vor großen Herausforderungen. 

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen im Sudan?

Neben den bewaffneten Konflikten führen auch Dürreperioden und Überschwemmungen immer wieder zu Hungerkatastrophen, die humanitäre Hilfe erfordern. Die schwache sozioökonomische Lage hat sich im Laufe der vergangenen Jahre durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, verschiedene Konflikte und die schlimmsten Überschwemmungen seit einem Jahrzehnt verschlechtert und sinkt nun aufgrund des bewaffneten Konflikts immer weiter gegen null. Fast 24,7 Millionen Menschen im Sudan sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung – 25,6 Millionen Menschen – leidet unter akutem Hunger. Damit herrscht im Sudan die größte akute Ernährungsunsicherheit in der Geschichte des Landes. Über 14,7 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu lebensrettender medizinischer Grundversorgung und 15 Millionen Menschen benötigen Unterstützung im Bereich Wasser und Hygiene. 

Wie hilft Aktion gegen den Hunger im Sudan?

Im April 2018, nach drei Jahren Verwaltungsformalitäten, hat die Regierung unseren Registrierungsantrag angenommen und Aktion gegen den Hunger als offiziell tätige NGO anerkannt. Die Bemühungen des Teams konzentrierten sich auf humanitäre Projekte im Bereich Ernährung und Ernährungssicherheit. Sie bauen Partnerschaften mit lokalen NRO auf und führen gemeinsam mit ihnen Projekte durch. Hinzu kommen Sammlungen von wichtigen Frühwarndaten und -indikatoren, um auftretenden Krisen besser entgegenkommen zu können. Doch seit Beginn des Konflikts ist der Zugang zu den Menschen, die wir unterstützen, zu einer großen Herausforderung geworden. Wir konzentrieren uns derzeit darauf, die Arbeit in allen Einsatzbereichen aufrechtzuerhalten. Seit Beginn des Konflikts im April 2023 konnten unsere Teams mehr als 1,1 Millionen Menschen mit Nahrungsmitteln, wichtigen Medikamenten und Ausrüstungen und Notfallsets erreichen, akute Unterernährung behandeln und beim Betrieb von 44 Gesundheitseinrichtungen und sieben Krankenhäusern unterstützen. 

Jetzt spenden und weltweit helfen

Neben Spenden finanziert sich unsere Arbeit auch durch Förderungen und Zuwendungen institutioneller Geber*innen. Der folgende Absatz informiert Sie über Projekte, die direkt durch diese Art der Unterstützung realisiert werden können. Hier informieren wir über die Herkunft all unserer Mittel.

Laufende Projekte

10. SEPTEMBER 2024
NEWSLETTER ABONNIEREN

Abonnieren Sie jetzt unseren E-Mail-Newsletter und erhalten Sie regelmäßig und kostenlos Informationen aus erster Hand!